
Die Arbeiten von Sam Tho Duong zeugen von einer seiner wesentlichen Inspirationsquellen: Der Natur und ihrem Formenreichtum. Feingliedrig, einzeln aufgefädelte Süßwasserreiskornperlen erinnern an Tau, Regentropfen oder vereiste Kristalle auf Ästen und Zweigen. Mit seinen aus Joghurtfläschchen geformten Blüten möchte Duong betonen, wie vermeintlich unscheinbare Gewächse plötzlich in einer Vielfalt von Formen und Farben erblühen können. Ihre Zeit währt jedoch nur kurz, sie sind vergänglich – Sam Tho Duong begegnet ihnen hingegen mit Beständigkeit. Mit dem unedlen Material der Joghurtflaschen verweist er auf Wertzuschreibungen und auf die Farbsymbolik von Reinheit und Helligkeit von Weiß.
Der 1969 in Vietnam geborene Künstler absolvierte in Pforzheim an der Berufsfachschule, am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät sowie bei der Firma Wellendorff eine Ausbildung zum Goldschmied. Sein anschließendes Studium an der Hochschule für Gestaltung schloss er 2002 mit dem Diplom ab, seit 13 Jahren arbeitet Sam Tho Duong freischaffend. Er hat in zahlreichen Ländern ausgestellt, seine Arbeiten sind international in vielen Sammlungen vertreten. Sein Werk wurde zudem mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Herbert-Hofmann-Preis, 2012 mit dem Staatspreis Baden-Württemberg und 2014 mit dem Friedrich Becker Preis. Im Jahr 2015 wurde er zum 6. Hanauer Stadtgoldschmied ernannt.
