Spuren legen. Mit Materialität erzählen.

Datum: 
Sonntag, 1. Februar 2026 - 0:00 bis Sonntag, 18. Oktober 2026 - 23:45
Nadine Anklam, Halsschmuck „The voice of the horses“, 2024, Reitgebiss, Schweifhaar, Foto: Nadine Anklam

 

Welche Spuren liegen in der materiellen Erscheinung der Welt? Was berichten sie? Und wie können sie gefunden werden?

„Spuren legen. Mit Materialität erzählen“ präsentiert neun Künstler*innen, die Material als Träger von Botschaften verstehen. Indem sie Materialien ihren gewohnten Kontexten entziehen, machen sie sichtbar, in welchem Verhältnis diese zum Menschen stehen und welche gesellschaftlichen Strukturen sie spiegeln. Die Künstler*innen wenden sich dem Unscheinbarem zu, das dennoch von Bedeutung ist, machen verborgene Spuren sichtbar und zeigen, was unsere Lebenswelten prägt. Ihr Schmuck steht für Wertvorstellungen, Herkunft oder formuliert Kritik. Die von ihnen verwendeten Materialien lassen immer wieder Fragen nach Hierarchien und politischen Verhältnissen aufkommen. Modeschmuck ist nicht nur ein günstiges Accessoire, sondern erzählt davon, wie Schmuck für breite Bevölkerungsschichten zugänglich wurde. Elektroschrott ist nicht nur Industriemüll, sondern regt dazu an, über Konsum, Ressourcen und Vergänglichkeit nachzudenken. Barbiepferde wecken Erinnerungen an die Kindheit und zeugen von einem geschlechterspezifischen Marketing, dessen Auswirkungen wir alle spüren.

Jede Materialität trägt Spuren von Geschichte in sich, deren Bedeutungen historischem, kulturellem oder ökonomischem Wandel unterliegen und sich verändern können.
Die ausgestellten Arbeiten eröffnen Reflexionsräume, in denen nachvollziehbar wird, wie wir Spuren hinterlassen und zugleich selbst von ihnen geprägt werden.

 

In der Ausstellung vertretende Künstler*innen:
Nadine Anklam, Conversation Piece (Beatrice Brovia & Nicolas Cheng), Corrina Goutos, Mari Iwamoto, Suska Mackert, Yumiko Matsunaga, Chequita Nahar und Petra Zimmermann.