Sonntagsführung am Tag des offenen Denkmals

Datum: 
Sonntag, 13. September 2026 - 15:00
Wiederaufbau des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau am Altstädter Markplatz, 1953. Quelle: Archiv der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V.


Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, dem 13. September 2026, gibt der Kunsthistoriker Michael H. Sprenger M.A. Einblicke in die Geschichte des heutigen Deutschen Goldschmiedehauses Hanau. Mit Ansichtsmaterialien wie historischen Fotos und Bauplänen aus dem hauseigenen Archiv können Eindrücke des Baus vor seiner Zerstörung im Jahr 1945 und aus der Zeit des Wiederaufbaus gewonnen werden. Die Führung beginnt um 15:00 Uhr.

Das heutige Deutsche Goldschmiedehaus Hanau war nicht immer ein Museum. Es wurde 1537/38 als Rathaus der Hanauer Altstadt errichtet und gehört heute zu den historisch bedeutendsten Bauten der Stadt mit weitreichender Geschichte. Stilistisch ist der Bau der Spätgotik und der Frührenaissance angelehnt. Er wurde im 19. Jahrhundert vom Landgericht Hanau, aber auch von Schulen genutzt, bis Anfang des 20. Jahrhunderts der Hanauer Geschichtsverein das Gebäude als Museum einrichtete. Im Jahr 1942 wurde hier schließlich das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau gegründet. Es sollte ein Zentrum für das Gold- und Silberschmiedehandwerk sein und als Ausstellungshaus dienen. Die Gründung des Hauses konnte nur durch eine umfangreiche Unterstützung des nationalsozialistischen Regimes umgesetzt werden, da damalige Entscheidungsträger in naher Verflechtung zur NSDAP standen oder selbst Teil des Regimes waren. Bei dem Bombenangriff auf Hanau am 19. März 1945 wurde das Haus bis auf die Grundmauern zerstört. In den 1950er Jahren wurden der rekonstruierende Wiederaufbau und damit einhergehend eine Wiederbelebung initiiert. Heute gehört das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau zu den bedeutendsten Ausstellungszentren für Schmuck und Gerät der Gegenwart in Deutschland. Mit wechselnden Präsentationen zu bedeutenden nationalen und internationalen Künstler*innen sowie Themenausstellungen werden vielfältige und spannende Positionen gezeigt. Zudem wirkt das Haus mit Veranstaltungen, wie Artist Talks, Führungen oder Vorträgen, als Begegnungsstätte. Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., die seit 2006 die Betriebsführung und das Programm des Hauses organisiert, initiiert außerdem Stipendien, Wettbewerbe und Auszeichnungen.

Kosten: 
Der Eintritt ist am Tag des offenen Denkmals frei, die Führung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig.