Selina Lotter. Lost Women Art - Jewelry

Datum: 
Montag, 8. August 2022 - 0:00 bis Sonntag, 2. Oktober 2022 - 23:45
Selina Loter. Kette - inspiriert von Hilma af Klints „Altarbild, Gruppe X“. 2022. 925er Silber, vergoldet. Foto: Selina Lotter

Ergebnisse des Celia Holtzer Stipendiums 2021

Die Celia Holtzer Stipendiatin Selina Lotter präsentiert ihre Arbeitsergebnisse bis 2. Oktober im Foyer des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau. Das Stipendium wird jährlich von der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. an zwei begabte Absolvent:innen der Zeichenakademie im Andenken an die früh verstorbene Celia Holtzer (1957 - 2003) vergeben, die 1989 selbst Vorort Schülerin war. Angelehnt an die Bewegung „Lost Women Art“ entwickelte die Selina Lotter Schmuckstücke als Hommage an die Malerinnen Hilma af Klint (1862-1944) und Helene Funke (1860-1957). Während ihres Stipendienaufenthalts an der Zeichenakademie widmete sich die Alumna den „vergessenen Künstlerinnen“ und entwickelte Schmuck, der deren Werke in die Welt hinausträgt. Dazu beschäftigte Lotter sich intensiv mit geeigneten Gemälden und übersetzte einzelne Elemente handwerklich in Ohrringe, Hals- und Armschmuck. Die Tragbarkeit der Schmuckstücke steht in inhaltlicher Kongruenz zum Thema der Sichtbarmachung.

Das enorme Gesamtwerk der schwedischen Künstlerin Hilma af Klint, die bereits vor Wassily Kandinsky abstrakt malte, beeindruckt die Goldschmiedin im Besonderen. Ihre großformatigen, spirituellen Gemälde wurden zu Lebzeiten nicht verstanden und jahrzehntelang überhaupt nicht ausgestellt. Im Rahmen ihres Stipendiums schuf Selina Lotter eine von den geometrischen Formen inspirierte Kette zum „Altarbild, Gruppe X“ (1915) und ein Paar Ohrringe, die die Kreise aus „Schwan Nr. 17“ in die Dreidimensionalität wachsen lassen.

Helene Funke war eine expressionistische Malerin, die sich für Lotter durch ihre „authentischen, betont unvoyeuristischen Frauendarstellungen“ abhebt. Obwohl sie zu Lebzeiten sehr erfolgreich war, neben Matisse und Picasso ausstellte, geriet Funke während des 2. Weltkriegs in Vergessenheit. Für zwei Ketten beschäftigte sich Selina Lotter mit der in Funkes Gemälden greifbar scheinende Stofflichkeit und setzte diese Haptik mit Jeans- und Seidenstoff um.

Am Donnerstag, den 29. September um 18:00 Uhr wird Selina Lotter ihr Projekt bei einem Künstlerinnengespräch persönlich erläutern.