Kuratorische Führung: Spuren legen. Mit Materialität erzählen und Friedrich Becker Preis 2026

Datum: 
Sonntag, 23. August 2026 - 15:00


Am Sonntag, dem 23. August 2026 um 15 Uhr, führt Malte Guttek, Kurator und Leiter des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau, durch zwei Sonderausstellungen im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau, dem Museum für Schmuck und Gerät der Gegenwart. Über drei Etagen erstrecken sich Ausstellungen, in denen sich aktuelle Tendenzen ablesen lassen.

„Spuren legen. Mit Materialität erzählen“ präsentiert neun Künstler*innen, die Material als Träger von Botschaften verstehen. Indem sie Materialien ihren gewohnten Kontexten entziehen, machen sie sichtbar, in welchem Verhältnis diese zum Menschen stehen und welche gesellschaftlichen Strukturen sie spiegeln. Ihr Schmuck steht für Wertvorstellungen, Herkunft oder formuliert Kritik. Die von ihnen verwendeten Materialien lassen immer wieder Fragen nach Hierarchien und politischen Verhältnissen aufkommen. Modeschmuck ist nicht nur ein günstiges Accessoire, sondern erzählt davon, wie Schmuck für breite Bevölkerungsschichten zugänglich wurde. Elektroschrott ist nicht nur Industriemüll, sondern regt dazu an, über Konsum, Ressourcen und Vergänglichkeit nachzudenken. Barbiepferde wecken Erinnerungen an die Kindheit und zeugen von einem geschlechterspezifischen Marketing, dessen Auswirkungen wir alle spüren. Die ausgestellten Arbeiten eröffnen Reflexionsräume, in denen nachvollziehbar wird, wie wir Spuren hinterlassen und zugleich selbst von ihnen geprägt werden.

Die Ausstellung zum „Friedrich Becker Preis 2026“ versammelt Arbeiten, in denen sich handwerkliche Präzision und Raffinesse ebenso zeigen wie gestalterische Ausdruckskraft. Sie stehen für einen lebendigen Dialog zwischen Handwerk, Gestaltung und Kunst – ein Spannungsfeld, das fasziniert und neue Perspektiven eröffnet. Ob edle oder unedle Metalle, Textilien oder Kunststoffe, alle Arbeiten zeichnen sich durch einen spannungsvollen Umgang mit Materialien und Themen aus. 

Insgesamt wurden 150 Bewerbungen aus Europa, Asien, Nordamerika und Australien eingereicht. Von diesen hat eine Jury 48 Arbeiten nominiert, die in der Ausstellung zu sehen sind. Gewinnerin des diesjährigen Wettbewerbs ist Veronika Fabian. Ihr Halsschmuck entfaltet Schmuckzitationen auf mehreren Ebenen und zeigt materielle wie symbolische Transformationen. Die prämierte Arbeit stellt Fragen nach den Normen und Konventionen des Schmucks.

Der Eintritt kostet 7 Euro pro Person, 2 Euro für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.