Hermann Jünger. Zwischen Schmuck und Sakralraum – Das liturgische Gerät als Teil seines Gesamtwerks

Datum: 
Dienstag, 6. Oktober 2026 - 19:30

Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026 um 19.30 Uhr, hält Nadine Becker im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau einen Vortrag mit dem Titel „Hermann Jünger. Zwischen Schmuck und Sakralraum – Das liturgische Gerät als Teil seines Gesamtwerks“.

Der Vortrag wird live per Zoom übertragen.

Der in Hanau geborene Hermann Jünger (1928-2005) vertritt eine der bedeutendsten Positionen der deutschen Gold- und Silberschmiedekunst des 20. Jahrhunderts. Seine Ausbildung an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau legte den Grundstein für seine spätere künstlerische Entwicklung. Bekannt wurde Jünger vor allem durch seine wegweisende Schmuckgestaltung sowie durch seine prägende Lehrtätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste München, an der er Generationen von Schmuckkünstler*innen beeinflusste.

In ihrem Vortrag geht Nadine Becker auf einen bislang wenig beachteten Bereich in Jüngers Schaffen ein: der Silberschmiedekunst und insbesondere seine Arbeiten für den liturgischen Raum. Diese Werkgruppe nimmt dennoch innerhalb seines Gesamtwerks eine zentrale Stellung ein.

Zwischen 1953 und 2005 entstanden unter Jüngers Hand zahlreiche Arbeiten für den sakralen Raum: Altar- und Vortragekreuze, Abendmahlsgeräte, Taufgefäße, Leuchter sowie umfangreiche Ausstattungen für Kirchenräume. Heute lassen sich über 130 Kirchen im deutschsprachigen Raum nachweisen, die mit seinen Arbeiten ausgestattet sind. Seine liturgischen Werke entstanden in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen, in der sich nicht nur Gesellschaft und Kirche wandelten, sondern auch die Vorstellungen von Sakralarchitektur und künstlerischer Ausstattung grundlegend neu formuliert wurden.

Grundlage des Vortrags bildet die wissenschaftliche Bearbeitung von Jüngers dokumentarischem Nachlass, der sich heute zu großen Teilen im Archiv der Neuen Sammlung in München sowie im Privatbesitz der Familie Jünger befindet. Korrespondenzen mit Kirchen, Architekten und Institutionen, Entwurfszeichnungen, Fotografien und weitere Quellen ermöglichen es, die Entstehungsgeschichte zahlreicher liturgischer Arbeiten nachzuzeichnen und erstmals systematisch zu erfassen.

Nadine Becker studierte Kunstgeschichte sowie Kunst, Medien und Kulturelle Bildung in Frankfurt am Main und München. Als Leiterin der Abteilung Schmuck mit Schwerpunkt auf Autorenschmuck und Künstlerschmuck bei Quittenbaum Kunstauktionen in München beschäftigt sie sich intensiv mit Positionen der modernen Schmuck- und Objektkunst. Seit 2019 bearbeitet sie den dokumentarischen Nachlass von Professor Hermann Jünger und promoviert zu seinem liturgischen Gerät.

Der Vortrag ist eine Kooperation mit der Interessensgemeinschaft Hanauer Altstadt e.V., dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. und der Stadt Hanau. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Stadt Hanau. Der Eintritt ist frei.

Bei Interesse zum Link zur Zoom-Übertragung bitte bis zum 5. Oktober eine E-Mail an info@gfg-hanau.de schreiben.