
Am Sonntag, dem 17. Mai 2026 um 15 Uhr, führt der Kunsthistoriker Michael H. Sprenger M.A. am Internationalen Museumtag durch die aktuellen Ausstellungen im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau.
Die Sonderausstellung „Spuren legen. Mit Materialität erzählen“ präsentiert neun Künstler*innen, die Material als Träger von Botschaften verstehen. Sie machen sichtbar, in welchem Verhältnis Materialien zum Menschen stehen und welche gesellschaftlichen Strukturen sie spiegeln. Die Künstler*innen wenden sich dem Unscheinbaren zu, das dennoch von Bedeutung ist, und zeigen, was unsere Lebenswelten prägt. Ihr Schmuck steht für Wertvorstellungen und Herkunft oder formuliert Kritik. So lädt die Ausstellung dazu ein, unter die Oberflächen zu schauen: Über Nachhaltigkeit und Vergänglichkeit nachzudenken, vermeintlich starre Kategorien von Wertsystemen zu befragen und den Blick auf das eigene dingliche Umfeld zu schärfen.
Mit der Ausstellung „Aus dem Depot. Eine Bestandsaufnahme“ setzt das Haus seine Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung fort und zeigt deren Vielfalt. Die Ausstellung verdeutlicht die Entwicklungen von Schmuck nach 1945 auf nationaler wie internationaler Ebene und zeigt anschaulich, wie ein konventionelles Verständnis von Schmuck durch ein künstlerisches erweitert wurde. Zu sehen ist eine Vielzahl von Objekten, die Geschichten erzählen, die das Medium Schmuck als solches befragen oder neue gestalterische Wege eingehen. Zudem erzählt die Ausstellung davon, wie Sammlungen entstehen, welche Rolle Ankäufe, Schenkungen sowie prägende Persönlichkeiten und Strömungen dabei einnehmen.
Der 10. Friedrich Becker Preis zeigt Werke von 47 Schmuckmachenden aus aller Welt. Der Wettbewerb zeigt Arbeiten von gestalterischer wie künstlerischer Aussagekraft, die mit hervorragendem Handwerk und innovativem Materialumgang einhergehen. Gold und Silber lassen sich ebenso entdecken wie Werke, die aus Kunststoffen oder Textil gefertigt wurden. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die aktuellen Tendenzen des zeitgenössischen Schmucks und Geräts im globalen Kontext.
Die Ausstellung „mitWirkung. Partizipation durch Gestaltung“ präsentiert 40 Arbeiten von Auszubildenden der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, die im Rahmen eines Wettbewerbs entstanden. Wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbs bildet eine Silber- und Edelsteinspende aus dem Nachlass der Schmuckmacherin Ebbe Weiss-Weingart (1923-2019). Die Auszubildenden wurden eingeladen, dieses kulturelle wie materielle Erbe künstlerisch zu transformieren. Die entstandenen Schmuckstücke und Objekte machen persönliche Perspektiven auf Erbe und Verantwortung sichtbar.
