Feuer und Flamme – die Kulturgeschichte des Feuerzeugs

Datum: 
Sonntag, 17. Juni 2018 ( ) bis Mittwoch, 30. Januar 2019 ( )

Eine Zusammenstellung von über 400 Exponaten aus der Sammlung von Volker Putz, die insgesamt über 4000 Objekte beinhaltet, widmet sich dem ganzen Spektrum des Themas. Anhand der ausgestellten Stücke lassen sich 2000 Jahre Kulturgeschichte des Feuerzeugs ablesen. Volker Putz, ein in Fachkreisen viel beachteter Sammler, hat über viele Jahrzehnte eine große Bandbreite an Objekten zusammengetragen. Neben Fabrikationen unbekannter Herkunft finden sich unter anderem edle Stücke aus den Häusern Cartier, Dior, Dunhill und Boucheron. So war es die Abbildung eines schön gestalteten Art-Déco-Feuerzeugs aus den 1920er Jahren, das einst die Sammelleidenschaft von Volker Putz entfachte. Insbesondere die Feuerzeuge der Marke Dunhill weisen in ihrer gestalterischen Umsetzung eine große Bandbreite auf. Sie zeigen die hohe handwerkliche Kunstfertigkeit ihres Herstellers, der edle Materialien wie Gold und Silber verwendete. Der Einsatz von Emaille, japanischer Namiki Lackkunst oder der Einbau von Uhren unterstreicht den luxuriösen Charakter dieser Feuerzeuge.

Die Schau spannt aber nicht nur einen zeitlich weiten Rahmen, sondern präsentiert Exponate unterschiedlichster Regionen. Stücke aus dem Orient, Indien, Asien, Nord- und Südamerika sowie Europa sind Zeugnisse der jeweiligen Kultur und Epoche, in der sie entstanden sind. Aufwendig gestaltete, plastisch gearbeitete Feuerstähle aus Indien und Tibet, teilweise vergoldet, zeigen den hohen Stellenwert der Objekte.

Das Feuermachen ist für uns heute ganz selbstverständlich, über viele Jahrhunderte hinweg war es ein mühsamer Vorgang, der viel Geschick abverlangte. Das Erzeugen und kontrollierte Verwenden des Feuers war einer der wichtigsten Schritte für die kulturelle Entwicklungsgeschichte des Menschen. Jederzeit etwas mühelos entflammen lassen zu können, war noch bis ins 19. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit.

Seit der Zeit, als man Eisen zu Stahl schmieden konnte, bis ins späte 19. Jahrhundert, nutzte man hierzu Feuerstähle. Durch das Schlagen dieser Stähle an (Feuer-)Steinen, entfachten sich Funken, die leicht entzündliches Material – den Zunder – in Brand setzten. Der leicht glimmende Zunder konnte, mittels einer ausreichend großen Luftzufuhr, weiteres Brennmaterial entzünden. Zu den frühesten Exponaten der Ausstellung zählen Feuerstähle aus römischer Zeit.

Im 16./17. Jahrhundert entstanden erst Rad- und dann Steinschlossfeuerzeuge, die beide eine waffentechnische Entwicklung sind. Der Vorgang der Feuererzeugung wurde nicht mehr manuell, durch das Schlagen oder Reiben von Stählen, sondern mittels einer Mechanik ausgeführt. Beiden gemein war ein über eine Feder gespannter Hahn, in dessen zwei Backen ein Feuerstein oder Pyrit fixiert wurde. Je nach Technik traf der nach vorne schnellende Hahn einen Feuerstahl oder wurde gegen ein Reibrad gedrückt und entfachte Funken. Diese brachten den darunter in einer Pfanne lagernden Zunder zum Glühen.

Später entwickelten sich Zündapparate, die sich unter Verwendung galvanischer und elektrischer Vorgänge zünden ließen, wie der von Alessandro Volta 1775 erfundene Elektrophor Zündapparat oder das 1823 von Wolfgang Döbereiner an der Uni Jena erfundene Döbereinersche Platinfeuerzeug. Auch chemische Feuerquellen, wie beispielsweise Phosphor- und Schwefelzünder oder ausgeklügelte Zündmaschinen, mit teilweise raffinierten Mechanismen im Inneren, wurden in der Nachfolge erfunden.

Die Ausstellung zeigt eine spannende Auswahl dieser unterschiedlichen Feuerzeuge, unter denen sich zudem pneumatische Feuerzeuge, Solarfeuerzeuge, elektrische Feuerzeuge, Amorce Feuerzeuge und Streich- und Reibradbenzinfeuerzeuge heutiger Provenienz finden.