Dagmar Stühler. Dorothea Förster - Schmuck

Datum: 
Sonntag, 28. April 2019 ( ) bis Donnerstag, 15. August 2019 ( )
l: Dagmar Stühler. Halsreif. Gold, Bergkristall. 2008; r: Dorothea Förster. Broschen. Kunststoff, Silber Edelstahl. 2017; Fotos: Eva Jünger


Klassisch gearbeiteter Schmuck der Münchner Gold- und Silberschmiedin Dagmar Stühler (*1944) trifft auf Avantgardeschmuck der Goldschmiedin und Gestalterin Dorothea Förster (*1954) aus Hanau. Die Gegenüberstellung von Schmuckarbeiten beider Künstlerinnen lässt einen reizvollen Dialog entstehen, dessen Inhalt aus der unterschiedlichen Formensprache beider Werke erwächst.

Dagmar Stühler konzentriert sich in der Gestaltung ihres Schmucks auf eine klare, reduzierte Formensprache. Plastisch gearbeitete Ringe, Hals- und Armreifen schmiedet und treibt sie direkt aus Gold und Silber. Mit Vorliebe integriert sie edle, meisterhaft geschliffene Steine in ihren Schmuck, die ihm Glanz und strahlende Farbigkeit verleihen – darunter Amethyst, Bergkristall, Topas und Mandaringranat. Besonderen Wert legt die Goldschmiedin auf die Gestaltung und Ausführung ihrer Oberflächen, denen sie durch die Bearbeitung mit Hammer, Feile und Bürste einen weichen Glanz und individuelle Erscheinung verleiht. Viele dieser Techniken hatte Dagmar Stühler während ihrer Ausbildungszeit an der Akademie der Bildenden Künste München von ihren Professoren Franz Rickert und Hermann Jünger gelernt.

Dorothea Förster besuchte zunächst die Goldschmiedeschule in Pforzheim und ließ sich, unter der Leitung von Prof. Jens Rüdiger Lorenzen, an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau zur Goldschmiedemeisterin ausbilden. Betont geometrischer, minimalistischer Schmuck charakterisiert ihre Arbeit. Sie entwirft bewegte Kompositionen, deren gestalterischer Reiz von der collagenhaften Anordnung und Überlagerung der einzelnen Elemente ausgeht. Das Spiel von Licht und Schatten bindet sie bewusst in ihre formale Gestaltung ein. Neben Gold und Silber benutzt Dorothea Förster ebenfalls Edelstahl oder akzentuiert einzelne Partien durch Übermalung mit Acrylfarbe. Auch sie legt besonderen Wert auf die subtile Oberflächengestaltung ihrer Ringe, Broschen und Anhänger.

Die Präsentation im Silbersaal des Goldschmiedehauses setzt die Reihe der Künstlerbegegnungen fort.