Cool in the Pool - Stadtgoldschmiedin Silvia Weidenbach

Datum: 
Donnerstag, 16. Januar 2020 ( ) bis Sonntag, 29. März 2020 ( )
Silvia Weidenbach. Brosche 'ctrl gemGREEN'. 2018. 3D-gedruckter Moondust, Silber, Gold, Opal, Granat. Foto: Sylvain Deleu


Moondust – ein ganz spezieller Kunststoff, ist die Ausgangsbasis für die Künstlerin. In der Ausstellung im Goldschmiedehaus werden rund 100 Arbeiten gezeigt, teilweise steht der geheimnisvoll klingende Kunststoff im Mittelpunkt, ergänzt von antiker Koralle, Perlen oder Edelsteinen. Die Schmuckstücke beweisen die unerschöpfliche Kreativität der Künstlerin, digitale Bildwelten dienen Silvia Weidenbach als Inspiration. In Hanau wird Weidenbach ein „Visuelles Fest“ inszenieren, eine Art „Wunderkammer“ des 21. Jahrhunderts, in der der Umgang mit neuen Technologien eine wichtige Rolle spielt. Mit 3-D-Drucker und Virtual Reality geht die Künstlerin ganz souverän um, als gelernte Gold- und Silberschmiedin fasziniert sie es aber auch, alte Werkstoffe und neue Technologien zusammenzuführen. Mit einer Art digitalen Werkzeugkiste werden neue Schmuckwelten geschaffen, die hierzulande noch ganz am Anfang stehen, in Asien aber bereits zum Rüstzeug vieler Künstler gehören. Immer wieder geht es der Stadtgoldschmiedin nicht nur um das Schmuckstück selbst, sondern ebenso wichtig ist ihr die Darstellung des Entstehungsprozesses, sie nimmt den Besucher der Ausstellung mit auf eine Reise in die virtuelle Welt. Während ihres Aufenthalts als Stadtgoldschmiedin im Sommer 2019 in Hanau hat sich Weidenbach von der Historie der Goldschmiedestadt inspirieren lassen, in der einst weltweit bekannter Juwelenschmuck und prächtige Golddosen geschaffen wurden. In ihrem Workshop mit den Schüler*innen der Staatlichen Zeichenakademie hat sie den Lernenden verschiedener Fachbereiche die unterschiedlichsten Materialien und digitalen Arbeitsprozesse nähergebracht, sie ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend in eine neue Arbeitswelt eingeführt. Das Ergebnis dieses Workshops wird als Teamarbeit in der Ausstellung zu sehen sein.  

Silvia Weidenbach, 1980 in Annweiler am Trifels geboren, hat sich als international anerkannte Künstlerin vor allem in Großbritannien einen Namen gemacht.
Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung als Silberschmiedin an der Schule für Glas- und Schmuckgestaltung in Kaufbeuren-Neugablonz, studierte an der Universität für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle und ging dann nach London, um dort am renommierten Royal College of Art ihren Master abzulegen.  

Bereits 2011 arbeitete Silvia Weidenbach als „Artist in Residence“ in der Villa Bengel in Idar-Oberstein, 2015 konnte sie in Cambridge an einem Microsoft-Projekt teilnehmen, 2017/2018 war Silvia Weidenbach die erste „Artist in Residence“ der Rosalinde und Arthur Gilbert Collection am Victoria & Albert Museum in London, wo eine bemerkenswerte Ausstellung das „Visual Feast“ gezeigt wurde. Silvia Weidenbach wurde inzwischen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Bereits 2007 erhielt sie den RRH Award von C. Hafner in Pforzheim, die Firma begleitet die Künstlerin bis heute bei ihren Forschungsprojekten. Außerdem wurde der Künstlerin der Jerwood Makers Open Award London (2012) und der Technological Innovation Award, London (2016) zugedacht. Heute unterrichtet sie an der Glasgow School of Art in Glasgow und am Royal College of Art in London.