
Das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau lädt zur Eröffnung der Ausstellung „Verschlingen. Schmuck von Sophie Hanagarth“ am Sonntag, dem 29. Juni 2025, um 14:00 ein.
Lippen, die Finger umschließen. Zähne, die in Handgelenke beißen. Zungenküsse aus dunklem, hartem Stahl. Der Schmuck von Sophie Hanagarth entzieht sich dem Eindeutigen, er ist geprägt vom Spiel mit Assoziationen. Mit ihren Arbeiten möchte sie Konventionen befragen, der Kraft von Ironie Raum geben und direkt sein. Sie fördert Verdecktes an die Oberfläche, macht sichtbar, was oft unsichtbar bleibt. Kontraste, Humor, Provokation und die Beziehung von Schmuck zum Körper durchdringen das Werk von Hanagarth. Wenn etwa Ketten Assoziationen zu Peitschen zulassen oder eine Medaille als Addition aus kleinen Kötteln zusammengesetzt erscheint. Es sprechen subtil Hanagarths Inspirationsquellen aus ihren Arbeiten. Sie kommen aus der Malerei, der Volkskunst, der Ikonografie und Sprache, von religiösen und magischen Objekten. Sophie Hanagarth formuliert mit ihrem Schmuck eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Mystik, Glaube, Begehren und Sexualität. Ihre Arbeiten lassen danach fragen, wie Schmuck zum Körper steht und welche Rolle Körpergefühl, Sinnlichkeit und Materialität dabei einnehmen.
Sophie Hanagarth arbeitet primär mit Stahl, einem Material, dem Härte, Schwere und Beständigkeit zugeschrieben werden. Sie spielt mit diesen Zuschreibungen, setzt ihnen weiche, sich windende Formen gegenüber. Das Schmieden und Modellieren stellen die Grundlagen für ihren Arbeitsprozess, für den sie wenig Equipment benötigt. Die Oberflächen ihrer Arbeiten sind ebenfalls ein wichtiges Element ihrer Gestaltung. Kronkorken, Stahlnägel oder geschmiedete Oberflächen wirken mittels ihrer Haptik auf die Erfahrbarkeit ihrer Arbeiten mit ein.
Die Ausstellung „Verschlingen. Schmuck von Sophie Hanagarth“ im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau zeigt das Werk der Künstlerin in allen Schaffensphasen.
Sophie Hanagarth wurde 1968 in Zürich (CH) geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin studierte sie bis 1995 an der École Supérieure d’Arts Appliqués in Genf (CH). Seit 2002 unterrichtet sie als Dozentin für Schmuck an der École Supérieure des Arts Decoratifs in Strasbourg (FR) und arbeitet als Künstlerin in ihrem Atelier in Paris (FR).
Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, u.a. im CODA Museum Apeldoorn (NL), im Musée des Arts Décoratifs in Paris (FR), im Mint Museum of Craft and Design in Charlotte, North Carolina (US), im Museum of Fine Arts in Houston, Texas (US), im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (DE), im Schmuckmuseum Pforzheim (DE) und im Musée des Arts Décoratifs in Montréal (CAN). Sophie Hanagarth wurde 2014 mit dem Françoise van den Bosch Award und 2011 mit dem Herbert Hoffmann Preis ausgezeichnet.
Führungen durch die Ausstellung:
Sonntagsführung: 24. August 2025 um 15:00 Uhr
Sonntagsführung: 14. September 2025 um 15:00 Uhr
Sonntagsführung: 19. Oktober 2025 um 15:00 Uhr
Öffentliche Führung aus kuratorischer Sicht: 16. November 2025 um 15:00 Uhr
Sonntagsführung: 14. Dezember 2025 um 15:00 Uhr
Finissage mit Artist Talk:
18. Januar 2026
