aus den Sinnen. Schmuck von Therese Hilbert

Datum: 
Dienstag, 20. Oktober 2026 - 0:00 bis Sonntag, 17. Januar 2027 - 23:45


Der Schmuck von Therese Hilbert formuliert Stimmungen: Bilder von Vulkanen, Bergen oder Gefäßen lösen unmittelbar Assoziationen aus. Ihre Arbeiten verwandeln Empfindungen und werden zu sinnlichen Bildern, sie strahlen Präsenz aus und zeugen von scharfsinnigen Beobachtungen. Wölbungen treffen auf spitze Formen, farbliche Akzente auf gedeckte Flächen, Innen und Außen befinden sich in einem kraftvollen Dialog. Gegensätze werden von ihr in ein spannungsreiches Verhältnis gesetzt. Silber zieht sich als Material durch ihr Werk, wird teilweise geschwärzt und mit Lack versehen. Der menschliche Körper als Bezugspunkt und die Tragbarkeit von Schmuck ist für Hilbert wesentlich. Ihre Arbeiten sind durchdrungen von Präzision und bewussten Setzungen, die ein eindrucksvolles Gesamtwerk entstehen lassen.

Der Titel der Präsentation „aus den Sinnen“ leitet sich ab von der emotionalen und empathischen Arbeitsweise, dem Blick von Hilbert auf Umwelt und Zeitgeschehen. Er umschreibt ein Werk, das nicht nur aus den Sinnen kommt, sondern ebenso voller Sinnlichkeit und Tiefgang ist.

Bereits 1980 wurde Therese Hilbert, zusammen mit dem Schmuckmacher Otto Künzli, im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau ausgestellt. Damals kamen drei Broschen von ihr in die Sammlung des Goldschmiedehauses. Diese markieren den Beginn ihres Schaffens und ihres akkuraten Verständnisses von Form und Dimension. Eine der Broschen wird in der Ausstellung „Aus dem Depot. Eine Befragung der Sammlung“ gezeigt.

In diesem Jahr wurde eine weitere Brosche Hilberts aus dem Jahr 2020 für die Sammlung des Deutschen Goldschmiedehauses erworben. Aus diesem Anlass wird mit „aus den Sinnen. Schmuck von Therese Hilbert“ ein erweiterter Einblick in das Werk der Künstlerin gegeben. In der Foyervitrine sind Arbeiten zu sehen, die zwischen 1980 und 2020 entstanden.

Therese Hilbert (*1948 in Zürich, CH) lebt und arbeitet in München und gehört zu den bedeutenden Schmuckmacher*innen der Gegenwart. Nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin (1965-1969) an der Schule für Gestaltung in Zürich, bei Max Fröhlich und mehrjähriger Mitarbeit in verschiedenen Werkstätten, studierte sie von 1972 bis 1978 an der Akademie der bildenden Künste München in der Schmuckklasse von Hermann Jünger. Hilberts Arbeiten sind international in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Herbert-Hoffmann-Preis (1974) und dem Bayerischen Staatspreis (2001).