
Vom 30. März bis zum 15. Juni 2025 präsentiert das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau die Ausstellung 21. Silbertriennale International 2025. Die Silbertriennale ist einer der wichtigsten internationalen Wettbewerbe im Bereich des Silberschmiedens und der Metallgestaltung. Sowohl renommierte Gestalter*innen als auch Nachwuchskünstler*innen reichten ihre Arbeiten zum Hauptwettbewerb oder zum Nachwuchsförderwettbewerb ein. Insgesamt gab es137 Bewerbungen mit 195 Arbeiten aus 21 Ländern, davon wurden 59 Bewerbungen mit 67 Arbeiten aus 15 Ländern angenommen: Mit diesen Zahlen belegt die 21. Silbertriennale International 2025 die ungebrochene Attraktivität des Wettbewerbs.
In der Ausstellung werden Silberobjekte gezeigt, die in ihrer Gestaltung und Fertigung von handwerklicher Präzision und künstlerischer Raffinesse zeugen. Zu sehen sind Arbeiten, die ein anregendes Spannungsfeld zwischen Gebrauchsgegenstand und künstlerischem Objekt bieten. So steht hervorragend gestaltetes Gerät neben überraschenden, neugierig machenden Objekten, die die Vielfalt der Silberanwendung anschaulich machen. Allen gemeinsam ist das bewusste Zusammenkommen von Form, Oberflächengestaltung und Intention, wodurch Objekte mit starkem Charakter und von hoher Qualität entstanden sind.
Hervorzuheben ist die Kanne „Goryeo“ von Yeunhee Ryu (1962, lebt in Seoul, KR), die mit dem ersten Preis des Hauptwettbewerbes ausgezeichnet wurde. Die Jury urteilte: „Die Verweigerung des Perfekten in der Gestaltung der Kanne führt zu einer ganz eigenen, intuitiven Ästhetik von hoher Überzeugungskraft. Mit Könnerschaft ist ein erzählerisches Objekt entstanden, das den Eindruck eines alten, gebrauchten Gegenstandes erzeugt.“ Sie steht für eine große Anzahl an Objekten im Wettbewerb, die erzählerische Motive in ihren Silberarbeiten einfließen ließen.
Aber auch das klassische Gerät ist im Wettbewerb auf besondere Weise vertreten. Zur Teekanne „Tea pot with a nickel handle“ von Yong-il Jeon (1956, lebt in Seoul, KR) schreibt die Jury: „Die hervorragende Interpretation der klassischen Teekanne überzeugt durch Reduktion. […] feinfühlig wurde für jedes Detail eine gelungene Lösung gefunden, die sich im raffinierten Aufbau zeigt.“
Im Nachwuchswettbewerb überzeugen sowohl klassisches Gerät wie auch künstlerisches Objekt. Zu letzterem gehört „Toy of Time I“ von Yegyu Shin (1991, lebt in München, DE), das Objekt wurde mit dem 1. Lions Club Hanau Nachwuchsförderpreis prämiert. Die Jury befindet: „Die Arbeit greift das Thema des Löffels auf und befragt diesen nach seiner tieferen Bedeutung. Dabei steht nicht die klassische Funktion der Nahrungsaufnahme im Fokus, sondern das Motiv des Weitergebens.“
Zitat Malte Guttek, Museumsleiter Deutsches Goldschmiedehaus Hanau: „Mit einem anderen Blick auf Silber, können die Sinne geschärft werden. Hervorragend gestaltetes Gerät steht in dieser Silbertriennale neben überraschenden, neugierig machenden Objekten, die die Vielfalt der Silberanwendung ausmachen. An den ausgewählten Arbeiten wird ein Ringen in der Form, der Oberflächengestaltung und der Themen von großer Vielfalt ersichtlich. Dieses künstlerisch hervortretende Silber ist in der Lage, zwischen den anderen Künsten zu bestehen. Mich freut es sehr, dass es sich dabei um kein lokales Phänomen handelt. Vielmehr lässt sich dieser Ansatz weltweit beobachten, wie wir mit der Silbertriennale zeigen können.“
Zur fachkundigen Jury gehörten: Beate Leonards, Silberschmiedemeisterin aus Lübeck, Dr. Wim Nys, Kurator am DIVA Museum Antwerpen, und Karen Pontoppidan, Professorin an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie verliehen acht Preise im Gesamtwert von über 20.000 Euro. Ermöglicht wurden die Hauptpreise vom Nachlass Ebbe Weiss-Weingart (5.000 und 3.000 Euro) und der Firma Robbe & Berking (4.000 Euro). Die Stiftung der Preise im Nachwuchswettbewerb wurden durch den Lions Club Hanau (3.500, 2.500 und 1.000 Euro) sowie Frau Rank (500 Euro) und wieder dem Nachlass Ebbe Weiss-Weingart (1 Kilo Silber) ermöglicht.
Seit 1965 richten die Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. und das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau die Silbertriennale International zur Förderung der zeitgenössischen Silberschmiedekunst aus. Zunächst auf den europäischen Raum beschränkt, richtet sich der Wettbewerb seit 1992 an Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt. Der Wettbewerb fördert neue Gestaltungsideen für Silbergerät und -objekte. Durch die Präsentationen im In- und Ausland ist die Silbertriennale zu einer weltweit anerkannten Ausstellungsreihe geworden. Der diesjährige Wettbewerb wird neben der Ausstellung im Goldschmiedehaus im DIVA Museum Antwerpen und im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen sein.
