Das Silber des Mondes - Berberschmuck aus Algerien

Datum: 
Sonntag, 5. Februar 2017 ( ) bis Donnerstag, 15. Juni 2017 ( )
Fußreifen, Silber, Koralle, Foto: Zanotti


Das Deutsche Goldschmiedehuas Hanau zeigt, aus der umfangreichen Sammlung Zanotti, beeindruckenden Silberschmuck der Berber – Kabylei, Aurès, Sahara-Atlas und das Gebiet der Tuareg – als letztes Zeugnis der vom Untergang bedrohten Kultur der Imazighen, der ursprünglichen Bevölkerung Nordafrikas.

In seinen Ausstellungen greift das Deutsche Goldschmiedehaus Hanau immer wieder Themen zu ethnologischem Schmuck auf. Die aktuelle Ausstellung ordnet sich in eine Reihe völkerkundlicher Ausstellungen ein, die dem Besucher in den letzten Jahren Möglichkeit boten, Kunsthandwerk fremder Kulturen zu studieren. Nach Schmuck aus Indien und dem Nahen Osten, verweisen die Stücke dieses Mal nach Algerien.

Urszula Zanottis Sammlung beruht auf dem Besuch eines Händlers, der ihr interessante Schmuckstücke zum Kauf anbot. Sie suchte sich besonders ausgefallene Stücke aus, um diese für spätere Generationen zu bewahren. Gemeinsam mit ihrem Mann erwarb sie von nun an Berber- Schmuck aus den umliegenden Regionen.

Algerischer Schmuck aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist inzwischen sehr selten geworden. Die Sammlung Zanotti bewahrt das traditionelle Kunsthandwerk Algeriens und zeigt bedeutende Schmuckstücke der Berberfrauen.

Der von den Frauen der Imazighen getragene Schmuck diente den in früheren Zeiten geldlos lebenden Nomaden und Halbnomaden Nordafrikas vielfach als Zahlungsmittel in Zeiten der Not. Er war auf den Wanderungen leicht zu transportieren und bot zudem den Vorteil, direkt am Körper mitgenommen zu werden.

Obwohl Silber das vorherrschende Material ist, findet sich als weiterer, charakteristischer Werkstoff die Koralle. Lieferant waren die Korallenriffe der nordafrikanischen Küste. Als Ziertechniken kommen Filigran und Email zum Einsatz. Einige der Schmuckarbeiten binden zudem Silbermünzen ein, die bereits im 17. und 18. Jahrhundert ihren Weg nach Nordafrika fanden.

Die Archäologin und Freundin Frau Zanottis, Helke Kammerer-Grothaus, stieß im Hause Zanotti eines Tages auf die Schmucksammlung. Sie gewährte der Historikerin und Ethnologin Malika Grasshoff (MAKILAM), die in einem kleinen Dorf in der Großen Kabylei aufgewachsen war, Zugang zu ihrem Fund. Die Ethnologin sah es als eine wichtige Aufgabe, den traditionellen Schmuck ihrer Heimat für ihre Nachfahren zu erforschen und an diese weiterzugeben.

Dank des Engagements von Helke Kammerer-Grothaus und Malika Grasshoff kann die Sammlung Zanotti in einer Publikation und durch die Präsentation im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau der Öffentlichkeit vorgestellt werden.